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Vom Kinderlied zur Finanzkrise

„Taler, Taler du musst Wandern
von dem Einem zu dem Andern, 
oh wie schön, oh wie schön,
niemand kann den Taler seh’n.“


Zuweilen sagt man es gebe keine Propheten in unserem Land und wenn so eine Prognose doch mal zutrifft dann ist das wohl alles ’Zufall’. Als ich aber diese Lied in nicht allzu ferner Vergangenheit vernahm, wurde mir doch eins klar, hier ist ein Prophet am Werk. Wann genau diese Textzeilen entstanden ist unklar, Ver-öffentlich wurde sie in einem Buch über Kinderlieder im Jahr 1953. Aber wie bekannt es wurde wohl schon vor dieser Zeit als eine Werbebotschaft (natürlich für einen Finanzinstitution) verwendet. 

Also was sagt uns „Taler, Taler du musst wandern“? Der erste Satz ist wohl ein-deutig in Verbindung mit dem zweiten Satz. Niemand sollte Geld halten, es also ausgeben, wenn man es dann (temporär) besitzt. Soviel ist klar, genau das predi-gen Bankiers heute noch und ist wohl auch nicht schwer verständlich. Ob das nun so schön ist wie das Satz drei darstellen versucht, ist nicht gewiss, nehmen wir dies einfach als Bestand hin.

Interessant ist eigentlich Satz vier. Er mag so unschuldig aussehen, aber er ist es nicht! Selbstverständlich geht es dabei um den Taler der hin und her gereicht wird und niemand der, an diesem ’Wirtschaftskreislauf’, Beteiligten weiß genau wo er sich befindet. Genau dieser Umstand wird von den Banken nicht kommuniziert. Ein kleiner Schritt weiter. 

Niemand kann also den Taler sehen. Das exakt DAS ist das Problem der Finanz-krise. Niemand kann das Geld sehen, und das hat nichts damit zu tun, dass es Buchgeld ist, sondern damit, dass es seiner realwirtschaftlichen Existenz nicht nachkommt. Ja das ist das ganze Geheimnis, versteckt in einem so scheinbar ba-nalen Satz. 

Ökonomen nennen diese Wunderwaffe der Banken Geldschöpfungsmultiplikator. Der sich einfach erklären lässt: Banken verleihen Geld das sie real nicht haben. Dafür werden natürlich Zinsen verlangt, exponentiell versteht sich. Und es steht immer noch die Frage warum krankt das System? Die Diskussion um eine Markt-regulierung wird laut. Da stellt sich wieder eine Frage, macht eine Kontrolle das derzeitige Finanzsystem sicherer?

Eines habe ich für mich hier raus lernen können, höre genau hin wenn das nächste mal ein so ’triviales’ Kinderlied ertönt.



Freundliche Grüße
aus der Finanzwelt.

2009-04-02 18:39:05